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10.07.2017, 8:50 Uhr. Ich parke direkt vorm CELUM HQ in Linz. Erst vor ein paar Tagen hatte ich die finale Präsentation für das vierte Semester Mobile Computing an der FH Hagenberg beendet. Nur wenige Schritte trennen mich nun von meinem ersten Arbeitstag meines Praktikums. Den ersten Kontakt zur Firma hatte ich 14 Monate zuvor und zwar bei einem Spendenmarathon auf dem Campus in Hagenberg. Dabei kam ich mit einem der Mitarbeiter von CELUM über Webentwicklung und AngularJS ins Plaudern. Neugierig geworden, entschloss ich mich für ein Praktikum, was auch prompt klappte.

Welcomepacket Martin

Aber vor dem eigentlichen Start war ich eine Spur nervös. Verständlich, immerhin wieder ein Neuanfang mit vielen neuen Gesichtern, Prozessen, Technologien und Anforderungen. Ich wusste lediglich, dass ich mit Programmiersprache Angular 2 arbeiten werde. Zwar hatte ich auch aufgrund meiner Diplomarbeit bereits um die 350 Stunden mit AngularJS gearbeitet, jedoch kannte ich spätere Versionen nur vom Hörensagen: Dank einiger indischer Youtube-Tutorials.


Der Einstieg war eine Freude: Ich wurde sehr herzlich aufgenommen. Auf dem Programm stand  eine Führung durch die Firma, ein IT-Onboarding und eine Präsentation, die sämtliche Facts zur Firma und deren Geschichte umfasste. Nach dieser Einführung wusste ich nun über alle wichtigen Dinge Bescheid. Angefangen von Arbeitszeiten, Teamaufteilungen/-Standorte, Ablauf der Essensbestellung und vor allem die Position und Bedienung der Kaffeemaschine – für mich als Kaffeejunkie nicht unwichtig!

Alles vorbereitet


Im Anschluss kam ich zu Lejla, die mich als Teamlead für die nächsten Wochen begleitete. Sie wies mich meinem Arbeitsplatz zu, bestehend aus zwei höhenverstellbaren Dell-Monitoren und einem Standrechner, auf denen alle für mich wichtigen Programme bereits installiert waren. Sogar auf meinem eigenen Skype-Account warteten bereits die ersten Kontaktanfragen meiner Kollegen. Es galt jetzt: Startbahn frei, Motoren startklar – es kann losgehen.

Meine Nervosität war ganz umsonst. Der Umgang mit Angular 2 fiel mir wesentlich leichter als gedacht, was vermutlich an meiner Erfahrung mit ähnlichen Programmiersprachen wie Swift oder Kotlin lag. Hier reichte es für mich einige Stunden in kurze „Getting started“-Guides zu investieren. „Learning by doing“ ist für mich ohnehin der richtige Ansatz. So bekam ich schon am zweiten Tag die ersten Bugfix-Issues zugewiesen.

Nicht einmal "Covfefe" kochen


Angular 2 war jedoch nicht das einzige Neuerung für mich. ReactiveX & Vert.X sind nur zwei Technologien, die eine Systemarchitektur ermöglichen, die ich bisher nur als Konzept kannte. Das Bearbeiten der Bugfixes erleichterten mir den Einstieg enorm:  Sie mir halfen einen allgemeinen Überblick über die Architektur, die Style Conventions und Programmierweise des Teams zu bekommen. Fehlersuche und dessen Behebung besteht ja doch überwiegend aus dem Einlesen in Code. Während es bei meinen bisherigen Studienprojekten meist schnell ging die „problematischen zehn Zeilen“ auszumachen, konnte dies bei dem riesigen Umfang und der Komplexität des Projekts einige Stunden dauern, auch wenn die Behebung des Fehlers zum Teil durch das Umschreiben einiger weniger Zeilen erfolgte. Nein, ich musste keinen "Covfefe" kochen - nicht eine Bohne!

Martin Schneglberger bei der CELUM Summerweek

Immer Ansprechpartner


Außerdem konnte ich jederzeit jeden meiner Kollegen um Hilfe fragen, wenn ich nicht mehr weiterwusste. Sie beantworteten Fragen (wenn notwendig auch mehrmals) oder gaben mir Hilfestellungen – trotz der Tatsache dass sie selbst eine Liste an Aufgaben zu erledigen hatten.
Innerhalb ein paar Tagen bekam ich dann ein Gefühl für das Projekt und die Architektur, das System erschien mir als immer durchsichtiger und letztendlich fand ich mich dann doch gut zurecht. Die Bugfix-Issues wurden dann durch Stories ersetzt.


Ungewohnt, jedoch keinesfalls unangenehm war anfangs die durchgehende Kommunikation auf Englisch, sobald das Gesagte für mehrere Personen von Interesse war. Meetings oder teilweise auch Pausengespräche fanden somit auf Englisch statt, ebenso wie sämtlicher Emailverkehr oder der Austausch per Skype. Bei diesen Meetings durfte, bzw. sollte, auch ich als Praktikant mich täglich über den Status meiner Aufgaben äußern was das mein Gefühl der Sinnhaftigkeit meiner Arbeit unterstrich.

Martin Schneglberger CELUM

"Welcome to the team, Martin"


Das führt mich gleich zu den Dingen die mir an meinem Praktikum besonders gefielen: Obwohl ich „nur ein Praktikant“ war, arbeitete ich an einem Produkt mit, das bei der Auslieferung den von mir geschriebenen Code enthalten wird. Das steigert die Freude an der Arbeit enorm: Sinnlose oder langweilige „Praktikantenarbeiten“ gab es für mich nicht. Generell fand ich mich in einem angenehmen und freundlichen Arbeitsklima wieder und fühlte mich trotz meines absehbaren Arbeitsendes sehr gut aufgenommen. Dieses Gefühl machte sich bereits am ersten Tag breit, als ich einen „Welcome to the team, Martin“ Zettel mit persönlich abgestimmten Informationen gemeinsam mit einem Willkommenspaket ausgehändigt bekam. Ich fühlte mich durchgehend gut gefordert, konnte durch meine Arbeit neue Technologien, Konzepte und Frameworks kennenlernen.

Mein Praktikum verstrich wie im Flug und ich wäre gerne noch länger geblieben, wäre da nicht das Rufen meiner Bachelorarbeit nach mir. Das Verlassen des Headquarters fühlte sich nicht wie ein letzter Abschied für immer an, denn ich weiß: In naher Zukunft werde ich wieder in die andere Richtung durch diese Tür gehen.

Martin Schneglberger